Kann man Ohrlöcher selber stechen ?

Es haben sich sicherlich schon zahlreiche Menschen gefragt, ob sie sich ihr Ohrloch nicht selbst
stechen können. Schließlich hat es den Vorteil, dass man kein Geld dafür bezahlen muss und man
nicht auf einen Termin beim Piercer warten muss. Obwohl wahrscheinlich jeder Piercer und jeder Arzt dringend davon abraten würde, ist es generell natürlich möglich, sich die Löcher in den Ohren
selbst zu stechen. Wie man sich ein Ohrpiercing selbst stechen kann und welche Risiken dabei
bestehen, erfährst Du hier.

Spielst Du mit dem Gedanken, Dir Deine Ohrlöcher selbst stechen lassen zu wollen, solltest Du Dir
darüber eine Menge Gedanken machen, bevor du loslegst, denn das Ohrloch selbst Stechen ist ganz
schön riskant. Nicht nur bezüglich der Optik des späteren Piercings ist es sinnvoller einen Fachmann aufzusuchen, sondern besonders auch aufgrund der Hygiene. Für einen Piercer ist das Ohrloch stechen seine alltägliche Arbeit, bei der er genau weiß, was Sauberkeit und Hygiene bedeutet. Ein weiterer Grund dafür, besser einen Fachmann aufzusuchen, ist, dass die Möglichkeit besteht, dass Du während des Stechens in Panik gerätst oder dich verstichst und dir somit unnötige Schmerzen zufügst. Da sich im Ohr jede Menge Knorpel befindet, bestehen auch hier Risiken, die ein Fachmann sicher besser einschätzen könnte.

Grundsätzlich ist es jedoch möglich, sich selbst ein Ohrloch zu stechen. Wichtig ist, dass Du Dir zu 100% sicher bist, bei dem was Du vor hast. Am besten lässt Du Dir von einem Freund helfen, denn so gerätst Du weniger schnell in Panik und hast sogar noch ein bisschen Spaß dabei. Außerdem ist es für Dich alleine schwierig, die richtige Stelle im Spiegel zu erkennen und die vielen Hilfsmittel zu halten. Zum Ohrloch stechen benötigst Du unbedingt einen Beutel mit Eis oder aber eine Salbe oder ein Gel, das Schmerzen betäubt. Des Weiteren musst Du Dir eine Piercingnadel besorgen, die noch verpackt und demnach steril ist. Desinfektion vor dem Piercing stechen ist das A und O, wasche also Deine Hände gut mit Seife und achte darauf, dass alles, was Du verwendest, steril ist. Möglich sind auch Latexhandschuhe, um die Verbreitung von Bakterien zu verringern. Zu empfehlen sind vorverpackte Tupfer, die in 70 % Isopropyl-Alkohol getränkt sind, um das Ohr zu
reinigen.

Nun beginnt der eigentlich Vorgang, das Stechen des Ohrloches. Dazu solltest Du Dir einen Gegenstand hinter das Ohr halten, der zwar fest ist, aber trotzdem durchstochen werden kann. Am besten eignet sich dazu ein Korken oder etwas ähnliches. Dieser gibt Dir Halt beim Durchstechen des Ohrlochs. Nun stichst Du die Piercingnadel gleichmäßig durch das Ohr und bewegst sie vorsichtig hin und her. Da die Piercingnadel hohl ist, kannst Du das Schmuckstück durch die Kanüle führen. Nun solltest Du das Ohr einige Zeit kühlen und mögliches Blut entfernen. Wenn Du Dein neu gestochenes Piercing nun täglich mit Salzwasser-Lösung reinigst und Du darauf achtest, dass Du nur Schmuck aus Titan oder

Chirurgenstahl verwendest, sollte das Ohrloch in 6 Wochen verheilt sein. Erst nach dieser Heilungszeit solltest Du den Piercingschmuck auch austauschen, da sich das Ohrloch sonst ganz leicht entzünden könnte.