Das Tragus Piercing

Das Tragus Piercing wird direkt durch den Knorpel des Ohres gestochen, der am Eingang zum Gehörkanal liegt. In den meisten Fällen wird als Schmuck ein Ball Closure Ring, seltener ein
Labret Stecker gewählt. Der Knorpel ist bei jedem Menschen unterschiedlich groß, wodurch vor allem bei kleinen und zierlichen Ohren ein Problem auftreten kann. Ist der Knorpel bei Dir kaum sichtbar, empfiehlt er sich für ein Tragus Piercing weniger, da der Piercer einen ausreichenden Abstand vom Außenrand des Knorpels zum Stichkanal beherzigen muss. Als Erstschmuck empfiehlt sich ein Stecker, da dieser in der Zeit der Abheilung weniger schmerzhaft ist und verhindert, dass abgesetzte Verkrustungen in den Stichkanal gelangen und zu unangenehmen Schmerzen und einer Verlängerung der Heilungszeit führen können.

Heilungszeit beim Tragus Piercing

Die Heilungsphase kann beim Tragus Piercing zwischen 2 und 12 Monaten betragen. In der Regel vergeht bis zur vollständigen Abheilung des Stichkanals eine Dauer von etwa 4 bis 5 Monaten. Ein Lokalantibiotikum zur äußerlichen Anwendung kann den Heilungsprozess begünstigen und wirkt sich obendrein gegen unerwünschten Wildwuchs des Knorpelgewebes aus. Um eine Entzündung des Stichkanals zu verhindern und so einer längeren Heilungsdauer vorzubeugen, sollte das Tragus Piercing täglich desinfiziert und von Ablagerungen der Umwelt oder Haarpflegeprodukten befreit werden. Auch wenn der Heilungsprozess durchaus länger als bei einem klassischen Piercing im Ohrläppchen andauert, heilt der Stichkanal in den meisten Fällen unproblematisch und ohne eine nachträgliche Entzündung aus. Mit der richtigen Pflege kannst Du die Heilung begünstigen und beschleunigen.

Tipps zur richtigen Pflege

Ganz wichtig ist, dass Du das Tragus Piercing in den ersten 4 Wochen nicht entfernst und die
Reinigung des Schmuckstücks, sowie des Einstich- und Ausgangskanals vorsichtig vornimmst. Verzichte auf scharfe Desinfektionsmittel, die eine zusätzliche Reizung der Haut mit sich bringen und zu allergischen Reaktionen führen können. In der Vergangenheit wurde das tägliche Bewegen des Piercings angeraten und sollte dem Einwachsen des Schmuckstücks im Knorpel vorbeugen. Heute weiß man, dass das Tragus Piercing nicht einwächst und die Bewegung des Schmucks für die Heilung nicht dienlich ist. Mit einem milden Desinfektionsspray aus der Apotheke pflegst Du das Piercing zweimal täglich und versuchst dabei, den Schmuck so wenig wie möglich zu bewegen. Dies gilt ganz besonders, wenn Du als Erstschmuck einen Ring gewählt hast. Die Verkrustungen am Schmuck sind ein Zeichen der Heilung und entstehen durch austretendes Wundwasser. Du kannst sie einfach mit einem Wattestäbchen und lauwarmen Wasser entfernen, sodass der Schmuck auch bei Bewegung nicht zu Schmerzen führt und die Öffnungen des Stichkanals verletzt.

 

Risiken des Tragus Piercings

Das Tragus Piercing gehört zu den Piercings mit den wenigsten Risiken. Hartnäckige Gerüchte über eine Lähmung des Gesichts oder andauernde Nervenschädigungen sind untragbar und gehören in den Bereich der Mythen und Legenden. Weder beim Piercen selbst, noch beim Tragen des Schmucks gehst Du gesundheitliche Risiken ein, wenn Du ein Studio mit hygienischen Bedingungen und Know-how des Piercers wählst. Wie bei jedem Piercing kann es zu einer Perichondritis Infektion kommen, widmest Du der Pflege und Hygiene nicht ausreichend Aufmerksamkeit. Während der Heilungszeit schläfst Du nicht auf dem frisch gepiercten Ohr, um Schwellungen zu vermeiden.