Das Ohrpiercing

Bereits in jungen Jahren bekommen viele Mädchen ihre ersten Ohrlöcher durch das Ohrläppchen gestochen oder geschossen. Auch viele Jungen eifern diesem Trend mittlerweile nach und lassen sich ein oder zwei Ohrlöcher stechen. Wenn Du noch nicht zu diesen Mädchen und Jungen gehörst, aber bereits über ein Ohrpiercing nachdenkst, erfährst Du hier, wie schmerzhaft so ein Ohrpiercing ist, wie man es am besten pflegt, wie lange es dauert, bis es verheilt ist, welche Risiken es birgt und welche Arten es überhaupt gibt.

Es gibt zwei verschiedene Arten, um sich ein Ohrpiercing stechen zu lassen. In manchen Piercingstudios, wie auch in den meisten Schmuckgeschäften werden die Ohrlöcher mithilfe einer Pistole geschossen. Diese Variante ist zwar schnell, allerdings auch sehr gefährlich, da das Gewebe im Ohr lediglich verdrängt wird und möglicherweise sogar aufreißen kann. Dein Ohrpiercing kannst Du aber auch wie jedes andere Piercing piercen lassen, wobei das Ohr durchstochen wird und der Schmuck mithilfe einer Plastikkanüle eingefädelt wird. Egal, für welche Variante Du Dich entscheidest, die Schmerzen halten sich beim Ohrpiercing stechen normalerweise in Grenzen. Natürlich kommt es hier darauf an, an welcher Stelle am Ohr Du es stechen lässt. In der Regel blutet das Ohr ein wenig, doch beruhigt sich auch schnell wieder. Bei einem Ohrpiercing musst Du mit einer Abheilzeit von etwa zwei bis vier Wochen rechnen, je nachdem wo sich das Ohrpiercing befindet. Es sollte unbedingt regelmäßig geputzt werden, da es sich ansonsten entzündet. Ein bereits entzündetes Ohrpiercing kann mit Kamilletee versorgt oder mit Desinfektionsspray behandelt werden.

Ein Ohrpiercing birgt allerdings viele Gefahren, die Du sicher erst mal gar nicht vermutest. Zum einen kann im Ohr Knorpelgewebe zerstört werden, von dem es dort reichlich gibt. In diesem Fall würde sich das Ohr mit großer Wahrscheinlichkeit entzünden und die Entzündung könnte sich bis in das Gehirn ausbreiten. Theoretisch könnte so eine Infektion sogar bis zum Tod führen. Des Weiteren sitzen im Ohr zahlreiche Akupunkturpunkte, die mit den inneren Organen verbunden sind, die dadurch geschädigt werden könnten. Jedoch kommen solche Fälle zum Glück nur äußerst selten vor. Hast Du mal ein Ohrpiercing besessen, wirst Du es immer sehen, denn eine Narbe bleibt normalerweise immer zurück.

Im Ohr gibt es zahlreiche verschiedene Stellen, um ein Piercing zu tragen. Das am weitesten verbreitete Piercing überhaupt ist das Ohrpiercing am Ohrläppchen, das auch Lobe Piercing genannt wird. An dieser Stelle des Ohres werden auch oft die sogenannten Flash Tunnel eingesetzt, die es notwendig machen, das Ohrpiercing zuerst auf einen bestimmten Durchmesser zu dehnen. Dazu wird das Ohrloch meistens über Jahre mit einem Dehnungsstab geweitet. Ebenfalls sehr beliebt bei Frau und Mann ist das Helix Piercing, das an der Ohrkante der Ohrmuschel gestochen wird. Beim Industrial Piercing werden zwei solcher Helix Piercings mit einem langen Barbell verbunden. Im Inneren der Ohrmuschel kann das sogenannte Rook Piercing gestochen werden. Dieses verläuft durch den Anti-Helix. Auch die Daith Piercings befinden sich in der Ohrmuschel, werden aber im Gegensatz zum Rook in die waagerechte Auswölbung gestochen. Das Tragus Piercing ist ebenfalls sehr weit verbreitet und wird von beiden Geschlechtern gerne getragen. Es befindet sich am Knorpelfortsatz direkt am Eingang des Gehörganges. Eine weitere Stelle um ein Ohrpiercing zu tragen, ist gegenüber dieses Knorpelfortsatzes, wodurch es den Namen Anti-Tragus Piercing trägt. Ein wirklich seltenes Ohrpiercing ist der Snug. Dies liegt daran, dass man es durch die innere Knorpelauswölbung parallel zur Ohrkante sticht und diese Stelle bei vielen Menschen nicht genug ausgeprägt ist, um dort ein Ohrpiercing zu tragen. Als letzte Piercingart wird das Conch Piercing vorgestellt, das im Prinzip eine breitere Variante des Helix Piercings darstellt, da es mit einem großen Ring getragen wird. Gestochen wird dieses Ohrpiercing entweder durch die innere oder durch die äußere Ohrmuschel. Bei einer so großen Auswahl an Ohrpiercings sollte doch auch für Dich das Richtige dabei sein.