Bridge Piercing – Was muss ich wissen?

Du möchtest Dich gerne mit einem Piercing ausstatten, das man nicht an jeder Straßenecke zu sehen kriegt? Das Bridge Piercing, häufig auch Erl genannt, gehört zu den selteneren Piercings. Die Gründe dafür könnten weitreichend sein. Ob es am sehr schmerzhaften Stechen liegt, ob das Risiko eines Piercings an dieser Stelle zu hoch ist oder die Pflege nach dem Stechen zu aufwendig ist, erfährst Du hier.

Das Bridge Piercing befindet sich über der Nasenwurzel am Nasenrücken und bildet, wie der Name schon sagt, eine horizontale Brücke zwischen den Augen. Dieses Piercing kann auch vertikal gestochen werden, wobei die Risiken in diesem Fall schwerwiegender sind. Das Stechen des Bridge Piercings verläuft wie bei anderen Piercings auch. Die gewünschte Stelle wird desinfiziert und mit einer Piercingnadel durchstochen. Mit einer leichten Betäubung der Stelle spürt man kaum einen Schmerz, sodass dies eigentlich nicht der Grund für die Seltenheit des Piercings sein kann. Jedoch solltest Du solch ein Piercing nur von einem sehr erfahrenen Piercer stechen lassen, da es falsch gestochen nicht nur optisch unschön und womöglich krumm werden kann, sondern auch sehr riskant sein kann. Wird das Piercing zu tief gestochen, könnten die Hirnnerven, die auf der Nasenwurzel zusammenlaufen, verletzt werden. Des Weiteren sollte so wenig Druck wie möglich auf das Piercing ausgeübt werden, da sonst ebenfalls Nerven beschädigt werden könnten. Ratsam ist es außerdem, sich das Bridge Piercing nicht als Erstpiercing anzueignen, da etwas Erfahrung mit Piercings nur von Vorteil sein kann. Eine Entzündung muss sofort erkannt werden, bevor sie sich auf die darunterliegenden Hirnzellen ausbreitet. In diesem Fall sollte schnellstmöglich reagiert und der Piercer oder aber direkt ein Arzt aufgesucht werden. Ein weiterer nicht riskanter, aber unschöner Punkt, über den Du Dir Gedanken machen solltest, ist die Narbenbildung nach dem Entfernen des Piercings. Möglicherweise sind diese Gefahren, die bei einem falsch gestochenen Piercing lauern, der Grund für das seltene Auftreten des Bridge Piercings. Hast Du jedoch einen erfahrenen Piercer an der Hand, dem Du vertraust, sollte das Stechen kein Problem darstellen.

Wird das Piercing richtig gepflegt, verheilt es relativ schnell innerhalb von 8 Wochen. Dann ist es auch möglich, den Piercingschmuck erstmals zu tauschen. Es ist nämlich besonders wichtig und ratsam, dass Du nach dem Heilungsprozess auf einen kürzen Stecker wechselst. Das Piercing sollte anfangs etwa drei Mal täglich mit einem Wunddesinfektionsmittel gereinigt werden, sodass sich keine Talgablagerungen mehr daran befinden. Vor der Reinigung des Piercings solltest Du unbedingt immer die Hände waschen, sodass Du steril und sauber daran arbeiten kannst. Während den ersten drei bis vier Wochen solltest Du auf das Solarium, das Schwimmbad und die Sauna verzichten. Keinesfalls solltest Du Make-up über dein Piercing auftragen. Die Gefahr des Herauswachsens ist leider an dieser Stelle sehr hoch. Daher wird ein Curved Barbell als Piercingschmuck empfohlen, da dieser durch die gebogene Form diese Gefahr reduziert. Beim An- und Ausziehen solltest Du gerade deshalb aufpassen, nicht hängen zu bleiben, da auch dies das Risiko des Herauswachsens erhöht. Wie Du nun siehst, ist auch die Pflege des Bridge Piercings nicht aufwendiger als bei anderen Piercings.